Technik-Oscar geht an Erfinderlegende Artur Fischer

Das Deutsche Patent- und Markenamt berichtet in seinem aktuellen Newsletter:

Artur Fischer, einer der weltweit erfolgreichsten Erfinder, ist mit dem Europäischen Erfinderpreis ausgezeichnet worden. Dieser wichtigste Preis für technische Innovationen in Europa wurde dem 94-jährigen Baden-Württemberger in der Kategorie „Lebenswerk“ durch Justiz- und Verbraucherschutzminister Heiko Maas in Berlin verliehen. Fischer hat bislang über 1100 Patente und Gebrauchsmuster angemeldet.

Bekannt ist Fischer vor allem für seine alltagstauglichen Erfindungen, denn „jede Erfindung muss den Menschen dienen“, so sein Motto. So revolutionierte er 1958 die Bauindustrie durch seinen Spreizdübel, erfand zahlreiche Befestigungssysteme und entwickelte das Spielsystem „fischertechnik“ (1964) und das synchronisierte Blitzlichtgerät für Fotoapparate (1949).

1919 in Tumlingen im Schwarzwald geboren und aus bescheidenen Verhältnissen stammend, hatte der leidenschaftliche Erfinder zwar keine Möglichkeit zum Studium, dennoch verstand er es, seine Ideen und Erfindungen unternehmerisch umzusetzen. 1948 gründete er im Nachkriegsdeutschland die Fischerwerke, für die inzwischen weltweit rund 4000 Beschäftigte arbeiten. Gut 600 Millionen Euro erwirtschaftet das Unternehmen jährlich, das bis heute ein Familienbetrieb ist und vielfältige Branchen bedient: angefangen von der Autozulieferung, über Bautechnik und Spielwarenproduktion bis hin zur Unternehmensberatung.

„Wir freuen uns, dass die Erfinderlegende Artur Fischer den Preis für sein Lebenswerk erhalten hat. Verdient hat er ihn angesichts seiner bahnbrechenden Innovationen schon lange“, begrüßt Cornelia Rudloff-Schäffer, Präsidentin des Deutschen Patent- und Markenamts, die Auszeichnung und unterstreicht, „allein der von Fischer erfundene Dübel wird täglich weltweit in verschiedenen Varianten über 14 Millionen Mal produziert“. Erfreut zeigt sich Rudloff-Schäffer auch darüber, dass – wie schon 2012 – erneut ein Kandidat zu den Preisträgern für den Technik-Oscar zählt, den das Deutsche Patent- und Markenamt vorgeschlagen hatte.

Neben dem Bundesverdienstkreuz in verschiedenen Stufen erhielt Fischer zahlreiche Auszeichnungen, Doktorwürden und Ehrenprofessuren. Im Jahr 2001 rief der Erfinder – zusammen mit der Baden-Württemberg-Stiftung – selbst einen Erfinderpreis ins Leben: Der „Artur Fischer Erfinderpreis“ wird seither alle zwei Jahre an Schüler und Schülerinnen sowie an private Erfinderinnen und Erfinder vergeben.

Der Europäische Erfinderpreis („European Inventor Award“) ist eine europäische Auszeichnung für Erfindungen und der einzige europäische Preis, der Lösungen in angewandter Technik würdigt. Der Preis zeichnet in sechs Kategorien (Industrie, Forschung, KMU, außereuropäische Staaten, Lebenswerk, Publikumspreis) Erfinder und Erfinderteams aus, die mit bahnbrechenden Arbeiten Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart geben und so zu Fortschritt und Wohlstand beitragen.

Quelle: dpma.de